Was ist Barock?

    Was ist Barock einfach erklärt?

    Der Barock war eine Kunst- und Epoche zwischen ca. 1600 und 1750, die für Prunk, Pracht und große Gefühle bekannt ist. Gebäude, Gemälde und Musik aus dieser Zeit sind oft sehr verspielt, reich verziert und beeindruckend groß. In Schlössern wie Versailles lebten Könige in riesigem Luxus. Auch in der Musik, zum Beispiel bei Bach und Vivaldi, gab es viele Verzierungen und dramatische Melodien. Der Barock spiegelte den Reichtum, aber auch den Glauben und die Macht der Herrscher wider.

    Absolutismus im Barock: Ein Stil in der Kunst

    Dem Barock voraus ging die Kunst der Renaissance.

    Der Begriff "Barock" bezeichnet einen Stil, der sich in der Zeit von 1600 bis 1750 in der Kunst, in der Literatur, aber auch in der Musik, durchgesetzt hat und diese Zeit wesentlich prägte. Wenn du vor einer prachtvollen Kirche oder einem prunkvollen Schloss stehst, ist das wahrscheinlich eine Barockkirche oder ein Barockschloss. Mit allen Verzierungen kann dieser Stil auch ziemlich überladen wirken. Aber genau das hat eben vielen Menschen der Barockzeit gefallen.

    Barockkunst entstand in der Zeit des Absolutismus

    Die Kunst des Barock entstand während der Zeit des Absolutismus. Nach Vorbild des französischen Königs Ludwigs XIV. wollten alle bedeutenden kleinen und großen Fürsten ihrer Zeit ihre Macht mittels prachtvoller Bauten zeigen. So bauten sie ein prunkvolles Schloss nach dem anderen. Die meisten konnten sich das allerdings gar nicht leisten. Diese Schlösser besaßen oft große Innenhöfe und es schlossen sich prachtvolle Parkanlagen und wunderschöne Gärten an die Schlossbauten an. Das Innere der Räume wurde mit phantasievollen Gemälden ausgestattet.

    Im Barock wollte auch die Kirche Macht und Pracht

    Doch nicht nur der Adel wollte Pracht und Prunk zeigen, auch die Kirche beabsichtigte, ihre Gläubigen von ihrer Macht zu überzeugen. So entstanden vor allem in den katholischen Regionen prächtige Kirchenbauten, die zeigten, dass die katholische Kirche durchaus noch Einfluss hatte, auch wenn sie nicht mehr die einzige Glaubensrichtung im Land war. Denn mittlerweile gab es ja auch viele Anhänger der reformierten Kirche. Viele Kirchen wurden mit barocken Gemälden und Wandmalereien ausgestattet und reich geschmückt. Die geschmückten Kirchen sollten die Menschen auch wieder in den Gottesdienst locken.

    Der Barock kam aus Italien

    Der Barock verbreitete sich zunächst in erster Linie in den südlichen katholischen Ländern. Seinen Ursprung fand er in Italien. Von dort kam er auch zuerst nach Süddeutschland, um sich dann auch im protestantischen Norden weiter auszubreiten.

    Was macht die Barockkunst nun genau aus?

    Am sichtbarsten ist die Barockkunst (1600-1750) heute noch in der Barockarchitektur. Während in der Renaissance noch die geometrische Ordnung und die strenge Linie vorherrschte, löste sich das nun auf und heraus kamen oft ovale und runde Formen, Verzierungen, Schwünge, Fensterkrönungen. Die gestalteten Räume waren oft hoch, wurden mit Stuck ausgekleidet und oft wurden auch noch die Decken kunstvoll bemalt. Das sieht manchmal ziemlich überladen aus, entsprach aber eben dem Geschmack der Zeit. Vor allem ist die Barockkunst eine sehr phantasievolle Kunst.

    Barocke Malerei

    Das kam vor allem auch in der Malerei zum Ausdruck. Die barocken Maler mischten mythische Darstellungen mit religiösen Motiven. Hierbei wurde meist nicht die Wirklichkeit dargestellt, sondern es kam die Phantasie der Künstler deutlich zum Ausdruck.

    Das Gemälde, das du auf dem nebenstehenden Foto siehst, ist ein Bild des bekannten Malers Peter Paul Rubens und ein gutes Beispiel für ziemlich phantasievolle Barockmalerei.

    Und wer bezahlte das Ganze?

    Finanziert wurden die teuren Schlösser, Gemälde, Standbilder, Gärten und Kirchen durch die Kirchen oder die Fürsten. Die gaben meist eine ganze Menge Geld aus. Allerdings wurde hier auch gleichzeitig das Handwerk gefördert und so mancher kleine Künstler fand dabei sein Auskommen. Irgendwie waren das "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen", die die Kunst förderten.

    Die Würzburger Residenz

    Die Fürstbischöfe von Würzburg gaben zum Beispiel für den Bau der Residenz in Würzburg über 1,5 Millionen Gulden aus. Das war eine ganze Menge Geld für diese Zeit. Die Würzburger Residenz ist übrigens das bekannteste Bauwerk des späten Barock in Deutschland, die man auch mit dem Schloss Versailles bei Paris vergleicht.

    Immer wenn du eine Kirche oder ein Schloss siehst, das so ähnlich gestaltet wurde wie die Schlösser und Kirchen auf den oberen Fotos, dann kannst du sagen: "Das ist Barockkunst!" und ein bisschen mit deinem Wissen angeben.