Was sind Haremsdamen?

    Wie schaute es in einem Harem aus?

    Wer von einem Harem spricht, denkt vielleicht an schöne Frauen in bezaubernden Kleidern, die von Dienerinnen mit Köstlichkeiten versorgt werden und auf den Besuch ihres Herrschers, des Sultans, warteten, und sich dabei nett die Zeit vertrieben haben.

    So und vielleicht noch ein bisschen anders stellte man sich in Westeuropa einen Harem vor. Die Wirklichkeit sah oft ganz anders aus. Die meisten Frauen hielten sich nicht freiwillig in einem Harem auf. 

    Haremsdamen: Wer lebte in einem Harem?

    Zum einen lebten in einem Harem tatsächlich die Frauen des Sultans. Doch die wenigsten dieser Frauen hielten sich im Harem freiwillig auf. Die meisten waren auf Raubzügen des Herrschers verschleppt worden und fanden sich dann, sofern sie das überlebten, in einem Harem wieder. Übrigens handelte es sich bei den verschleppten Frauen meist um Christinnen oder Jüdinnen, denn muslimische Frauen durften nach islamischen Gesetz nicht versklavt werden. Allerdings mussten die Christinnen zum Islam übertreten, da hatten sie keine Wahl. Das Leben im Harem war Zwang. 

    Die wichtigste Aufgabe der Haremsdamen war, dem Sultan Söhne zu gebären, die die Nachfolge des Herrscherhauses sicherten. Aber die Frauen im Harem mussten auch nähen, tanzen und singen können, sie mussten elegant auftreten und die "Politik" eines Harems verstehen. Und nicht alle Frauen im Harem dienten dem Sultan. Die Haremsdamen selbst verfügten über ein Heer von Sklavinnen und Dienerinnen, die in der Rangfolge wieder unter ihnen standen. Das war ein ganz schön kompliziertes Gebilde mit eigenen Regeln. Letztlich war ein Harem so etwas wie ein kleiner Staat in einem großen Staat mit eigenen Regeln und Gesetzen.

    Hatten Haremsdamen Rechte?

    Die Rechte der Haremsdamen waren eingeschränkt, da sie meist nicht frei über ihr Leben bestimmen konnten. Ihr Alltag hing von der Gunst des Herrschers ab, und sie mussten sich an strenge Regeln halten. Einige von ihnen, besonders die Mutter des Sultans, konnten jedoch großen Einfluss auf die Politik und das Hofleben ausüben. Dienerinnen oder Haremsfrauen ohne besondere Stellung hatten oft wenig Rechte und kaum Möglichkeiten, ihr Leben selbst zu gestalten.

    Strenge Regeln für Frauen im Harem

    In einem Harem herrschten äußerst strenge Regeln, die sich gar nicht so sehr von den Regeln eines christlichen Klosters unterschieden. Die Frauen durften kaum miteinander sprechen, oft teilten sich viele einen kleinen, engen Schlafraum, manchmal gab es nicht einmal Fenster, um frische Luft schnappen zu können. Folgten die Frauen den Anweisungen nicht, hatten sie mit harten Strafen zu rechnen. Sie wurden geschlagen und bei schlimmeren Vergehen steckte man sie in Säcke und warf sie einfach ins Meer.

    Eine Haremsdame musste schön UND schlau sein

    Das wollte natürlich keine Frau, deshalb strengten sich alle an, möglichst weit in der Rangordnung des Harems aufzusteigen, dem Sultan zu gefallen und diesem einen Sohn zu gebären. Diese Frauen hatten dann mit guter Behandlung zu rechnen, sofern sie sich nicht eine Rivalin zur Feindin machten und den Kürzeren ziehen mussten. Wer im Harem überleben wollte, musste sich klug verhalten, manchmal auch hinterhältig und gewitzt. Die wenigsten waren freiwillig hier, sie mussten sich der Gewalt ihrer Herren fügen. Allerdings gab es auch Frauen, die innerhalb der Haremshierarchie einen gewissen Einfluss erhielten.