Politik im Mittelalter?

Da wo heute Deutschland liegt, war im Mittelalter das Heilige Römische Reich. Wie war das organisiert? Wie wurde Politik gestaltet im Mittelalter? Darum geht es hier unter “Reich und Regierung”.
Regiert wurde das Reich von einem König. Er hielt das große Reich zusammen. Oft ließ sich der römisch-deutsche König auch zum Kaiser krönen. Darum sprechen wir auch von den Kaisern des Heiligen Römischen Reiches. Als König oder Kaiser war er der mächtigste Mann im Reich. Aber gegen mächtige Herzöge musste auch er sich behaupten.
Wenn der König starb, wurde ein neuer König gewählt. Häufig, aber nicht immer, war das der älteste Sohn des Königs. Manchmal gab es aber gar keine männlichen Nachkommen. Das Reich war eine Wahlmonarchie. Erfahre hier, wo die Könige lebten und warum sie so oft Otto oder Heinrich hießen!
Im frühen Mittelalter standen kriegerische Auseinandersetzungen um die Macht im Mittelpunkt. Neue Machtzentren und Institutionen entstanden erst im hohen Mittelalter, als die Städte wuchsen und immer mehr Fernhandel betrieben wurde. Als einflussreicher Interessensverband im Handel entstand zum Beispiel die Hanse.
Großen Einfluss besaß auch die Kirche. Wer die größere Macht besaß, war immer wieder ein Konflikt zwischen Papst und Kaiser.
Das gesamte politische System beruhte außerdem auf dem Feudalismus.
Die politische Macht lag in erster Linie beim König und danach beim Adel. Demokratie gab es nicht, das Volk konnte keinen Einfluss auf die Politik nehmen. Eine gewisse Mitbestimmung gab es allerdings in den Städten, die langsam an Zahl und Größe wuchsen. Hier konnte man immerhin in den Stadtrat gewählt werden - allerdings auch nur als adeliger Mann. Frauen spielten in der Politik gar keine Rolle und auch die Menschen im dritten Stand hatten kein Mitspracherecht.