Was ist die Hanse?

Die Hanse war im hohen Mittelalter ein Zusammenschluss von Kaufleuten insbesondere in Norddeutschland. Sie wollten sich damit auf ihren Handelsreisen gegenseitig schützen. Später entwickelte sich die Hanse zu einem Städtebund. Auf ihren Flaggen verwendeten viele Hansestädte die Farben Rot und Weiß. Das Wort Hanse bedeutet so viel wie Gruppe oder Gemeinschaft.
Der Fernhandel hatte im Mittelalter stark zugenommen. Auch über die Ostsee und die Nordsee fuhren nun viele Handelsschiffe. Die Überfahrten waren aber nicht ungefährlich. Und so schlossen sich die Kaufleute zu einer Gemeinschaft zusammen. Man reiste nun gemeinsam in Gruppen. Ein Datum für die Gründung der Hanse ist unbekannt und gibt es so wohl auch nicht. Weil Lübeck aber eine bedeutende Rolle im Ostseehandel einnahm, war die Stadt bei der Entstehung der Hanse entscheidend beteiligt.
Im 13. Jahrhundert wurden die Handelswege sicherer. Die Schutzgemeinschaften wurden überflüssig. Von den Städten aus schickten erfolgreiche Kaufmänner nun Vertreter auf Reisen. Sie selbst handelten direkt von der Stadt aus. Weil sie nicht mehr persönlich anwesend sein mussten, konnten sie gleichzeitig verschiedene Geschäfte abwickeln. Die Städte wurden zu den neuen Handelszentren. Der Handel blühte auf. Die Kaufleute erhielten große wirtschaftliche und auch politische Macht.
Die Städte begannen, miteinander Bündnisse zu schließen. Die bisherige Kaufmannshanse wurde so zur Städtehanse. Ihre Macht war sehr groß. Gemeinsam ging man auch gegen Piraten vor, so auch gegen den berühmten Klaus Störtebeker. Mehr als 70 Städte gehörten der Hanse an. Sie wurden zu einer Hansestadt.
Was ist eine Hansestadt?
Eine Hansestadt war also eine Stadt, die der Hanse angehörte. Es gab ungefähr 200 Hansestädte im Mittelalter. Sie lagen an der Küste oder an großen Flüssen. Häufig wurden sie durch den Handel sehr reich.
Im 17. Jahrhundert nahmen am letzten Hansetag 1669 nur noch neun Städte teil. das waren Lübeck, Hamburg, Bremen, Braunschweig, Danzig, Hildesheim, Köln, Osnabrück und Rostock. Die ersten drei erklärten sich bereit, das Erbe der Hanse zu bewahren. Sie übernahmen das H für Hansestadt in ihren Kfz-Kennzeichen, also HL für Hansestadt Lübeck etc. Stralsund, Rostock und weitere Städte nennen sich seit dem Ende der DDR ebenfalls wieder Hansestadt.