Handel und Händler im Mittelalter
Der Handel mit Waren ist ein wichtiger Teil der Wirtschaft. Das war schon vor dem Mittelalter so, also in der Antike, und das war es eben auch im Mittelalter weiterhin.
Auch Fernhandel gab es im Mittelalter und davor schon, also der Handel über weite Entfernungen und Strecken hinweg. Man brauchte Menschen, die den Handel durchführten. Das waren im Mittelalter die Kaufleute. Der Verkauf erfolgte vor allem über die Märkte.
Ein Problem war jedoch, dass es damals keine einheitliche Währung gab (siehe: Geld im Mittelalter). Auch für Maße gab es noch keine einheitliche Regelung.
Gehandelt wurde mit allerlei Waren. Das waren Lebensmittel wie Getreide, Honig oder Salz, aber auch Metalle wie Silber oder Kupfer. Holz, Tuch, Wolle oder Ziegel waren weitere Handelswaren. Zum Fernhandel kam nach und nach auch der Handel in der Region, der lokale Handel. Außerdem gab es fahrende Händler, die von Ort zu Ort wanderten. Sie trugen ihre Waren auf dem Rücken und in einem Bauchladen.
Fernhandel im Mittelalter
In der Zeit des Römischen Reiches hatte der Fernhandel schon eine Blüte erlebt, dann ebbte er etwas ab, um im hohen Mittelalter wieder Fahrt aufzunehmen. In der einen Region gab es Salz, in der anderen Seide, Wein oder Pfeffer. Diese Waren wurden dann über weite Strecken transportiert. Holz, Getreide, Felle oder Pelze kamen zum Beispiel aus dem Norden Russlands. Stockfisch kam aus Norwegen, Salz aus Lüneburg, Tuche aus Flandern. Durch die Ostkolonisation stieg der Handel mit den östlichen Gebieten an.
Wer durch den Handel mit Pfeffer reich geworden war, wurde ein Pfeffersack genannt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts ist erstmals Pfeffer in Mitteleuropa nachweisbar. Pfeffer kam ganz aus Indien.
Handelswege im Mittelalter
Die Städte wuchsen mit der Bevölkerung. Zwischen ihnen entstanden mehr und mehr Straßen, die als Handelswege genutzt wurden. Mit Fuhrwerken wurden die Waren von einem Ort zum anderen befördert.
Außerdem wurden Waren mehr und mehr über die Seewege transportiert. Seit dem 12. Jahrhundert nutzte man den Schiffstyp der Kogge als Handelsschiff. Die Segelschiffe besaßen einen großen Laderaum. So fuhren die Koggen nun über die Ostsee und die Nordsee und über die Flüsse bis nach Bremen oder Hamburg.
Kaufleute im Mittelalter
Die Fernkaufleute genossen hohes Ansehen, besorgten sie doch die begehrten Waren. Zu ihrem Schutz und zur gegenseitigen Unterstützung taten sich die Kaufleute im Mittelalter immer häufiger zusammen. So entstanden die ersten Gilden.
Zur bedeutenden Fernhandelsgilde entwickelte sich die Hanse. Vor allem norddeutsche Kaufleute taten sich in ihr Mitte des 12. Jahrhunderts zusammen, um ihre Überfahrten zu sichern. Sie taten sich für die Fahrten zusammen.
Mit der Zeit wurden die Handelswege sicherer. Die Kaufleute siedelten sich in den Städten an und schickten Vertreter auf die weiten Reisen.
Märkte im Mittelalter
Gehandelt wurde im Mittelalter auf den Märkten. Es gab wöchentlich stattfindende Märkte, aber auch Jahrmärkte, die nur einmal im Jahr abgehalten wurden.
Der Markt fand auf dem zentral gelegenen Marktplatz statt. Dort befand sich meist auch das Rathaus. In großen Städten gab es meistens auch in einzelnen Stadtvierteln einen eigenen Markt.
Manche Märkte boten auch nur bestimmte Waren an, etwa auf dem Gänsemarkt, dem Fischmarkt oder dem Kornmarkt. Marktpreise wurden ausgehandelt, es gab einen Marktaufseher und eine Marktordnung. Auf den Märkten verkauften auch Handwerker ihre Waren. Hier stand übrigens auch der Pranger. Das war ein Pfosten, an dem ein Verurteilter angekettet und vorgeführt wurde.