Der König im Mittelalter
Der König war im Mittelalter der oberste Herrscher. Er stand an der Spitze der Ständeordnung. Er war von den Herzögen abhängig, die für sie mit ihren Rittern in den Krieg zogen. Und Krieg wurde im Mittelalter häufig geführt. Der König verlieh also Land an einen Herzog, das sogenannte Lehen, und bekam dafür Soldaten.
Allerdings gab es oft mächtige Fürsten in den deutschen Herzogtümern, die sich gegen den König auflehnten und ihr Herzogtum wie einen eigenen Staat führten. Der König war aber auf die Zusammenarbeit mit den Fürsten und ihre Unterstützung angewiesen.
Im Ostfränkischen Reich, aus dem sich im Hochmittelalter das Heilige römische Reich deutscher Nation entwickelte, wurde der König gewählt. Man nennt das auch Wahlkönigtum. Die den König wählten, nennt man die Großen des Reiches.
Häufig wurde dennoch der Sohn des vorherigen Königs auch zum neuen König gewählt. Der König selbst bestimmte oft noch, wen er sich als Nachfolger wünschte. Erblich war der Thron aber trotzdem nicht.
Der König konnte sich vom Papst in Rom zum Kaiser krönen lassen. Das taten auch die meisten deutschen Könige. Vor ihrer Kaiserkrönung oder wenn sie nicht zum Kaiser wurden, nennt man sie heute römisch-deutsche Könige. Im hohen Mittelalter stellten die Ottonen, die Salier und die Staufer die Könige, außerdem gab es noch Konrad I. und Lothar III.
Der König auf der Pfalz
Um seine Macht im ganzen Land zu zeigen, zog der König von einer Pfalz zur nächsten. Eine Pfalz ist eine Anlage, in der im Mittelalter die Kaiser bzw. Könige Hof hielten.
Zu der Anlage einer Pfalz gehörten ein Gutshof, eine Kapelle und ein großer Saal, der Palas. Überall im Land gab es Pfalzen, denn viel weiter als 30 Kilometer konnte man mit dem Tross des Königs nicht an einem Tag reisen.
In einer Pfalz blieb der König dann ein paar Tage oder auch ein paar Wochen, wobei die Bauern des Umlandes den ganzen Hofstaat versorgen mussten. Ein Besuch des Königs auf einer seiner Pfalzen war deshalb oft nicht gern gesehen.