Ein Franke wird König

Im Jahr 843 war das Fränkische Reich geteilt worden. Aus dem westlichen Teil wurde später Frankreich, im Osten entwickelte sich aus dem Ostfrankenreich das Heilige Römische Reich deutscher Nation. Das Ostfrankenreich war also ein Vorläufer der römisch-deutschen Reiches.
Schon im karolingischen Ostfrankenreich (also unter der Herrschaft der Karolinger) hatten sich mehrere Stammesherzogtümer gebildet. Der Franke Konrad I. wurde 911 neuer König des Ostfrankenreiches und löste somit die Herrschaft der Karolinger ab. Es ist der Beginn des hohen Mittelalters.
Mit der Wahl Konrads war das Ostfrankenreich nun auf dem Weg, ein eigenständiges Reich zu werden - das spätere Heilige Römische Reich. Konrads Zeit der Herrschaft bildete den Übergang von den Karolingern zu den Ottonen. Eine eigene Dynastie aufzubauen, schaffte Konrad nicht.
Wie wurde Konrad König?
Das Ostfrankenreich war also aus der Teilung des Fränkischen Reichs im Jahr 843 hervorgegangen. Mit der Zeit hatten sich dort Stammesherzogtümer herausgebildet. In jedem lebte ein bestimmter Volksstamm, zum Beispiel die Sachsen, die Franken, Bayern oder die Schwaben. An der Spitze stand jeweils ein Herzog.
Konrad war seit 906 der Herzog von Franken. Seine Familie waren die Konradiner. Sie hatten sich mehr und mehr Land gesichert und kämpften in Franken mit der Familie der Babenberger um die Macht. Schließlich errangen die Konradiner die Vormachtstellung. Konrad wurde auch zum engen Vertrauten des letzten Königs, Ludwig das Kind, der letzte der Karolinger. So wurde Konrad nach dessen Tod im Jahr 911 zum neuen König gewählt.
Die Mächtigen des Reichs entschieden sich damit gegen einen Westfranken. Karl der Einfältige war nämlich dort König und der letzte lebende Karolinger.
Konrads Herrschaft
Das Königtum war schon unter den letzten Königen der Karolinger geschwächt gewesen. Sie konnten das Reich nach außen nicht gut schützen, vor allem gegen die einfallenden Ungarn. Und die Macht der einzelnen Herzöge war gewachsen. Konrad führte die Herrschaft in der Tradition der Karolinger fort. Lothringen ging an Westfranken verloren. So war auch Konrad ein schwacher König. Nach sieben Jahren auf dem Thron starb er.
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