Römische Keramik


Terra Sigillata ist der Name für eine bestimmte römische Keramik. Sie wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. entwickelt und wurde schnell beliebt. Bald wurde Terra Sigillata im ganzen Römischen Reich verkauft. Es handelt sich um eine hochwertige Keramik mit roter, glänzender Oberfläche. Wörtlich bedeutet der Name “gestempelte Erde” (Terra = Erde, Sigillata = gestempelt).
Sie wurde in Handwerksbetrieben in Handarbeit hergestellt. Jede Manufaktur hatte ihren eigenen Stempel, den sie auf der Keramik anbrachte. Dadurch lassen sich Fundstücke zeitlich sehr genau datieren. Die Form der Gefäße und die Art ihrer Verzierungen geben ebenfalls Aufschluss darüber, wann die Keramik hergestellt wurde.
Becher und Schalen aus Terra Sigillata
Aus Terra Sigillata machte man Essgeschirr, also Teller, Trinkbecher oder Schalen. Es wurde auf einer Töpferscheibe hergestellt. Entweder hatte das Geschirr eine glatte Oberfläche oder es war mit einem Relief verziert. Das wurde dann mit Hilfe einer Hohlform, einer sogenannten Model, aufgebracht. Abgebildet wurden zum Beispiel Blumen oder Tiere, aber auch ganze Szenen von der Jagd oder aus der Mythologie. Oben schloss die Verzierung mit einer Zierleiste ab.
Eine Besonderheit sind die Reibschüsseln. Sie wurden nicht nur, aber auch aus Terra Sigillata hergestellt. Eine Reibschüssel (Mortarium) ist ein flaches Gefäß, in dem man Lebensmittel zerrieb oder mischte, also zum Beispiel Milchprodukte, Gewürze oder Kräuter. Heute würde man dafür einen Mörser benutzen.
Für den glänzenden Überzug, der typisch ist für Terra Sigillata, wurden die noch nicht ganz festen Formen in feinen Ton getaucht. Dieser Überzug diente sowohl zur Beschichtung als auch zur Einfärbung. Je nachdem, wie viel Eisen in dem Ton vorhanden war, war der Rotton dunkler oder mehr in Richtung Orange. Mehrere Tage wurden die Gefäße dann in einem Ofen gebrannt.
Entwickelt wurde die Terra Sigillata um das Jahr 30. v. Chr. in Arezzo. Das ist eine Stadt in der Toskana, im mittleren Italien. Sie wurde dann so beliebt, dass es auch Werkstätten woanders gab, zum Beispiel in Frankreich (Gallien).